Curriculum

Die Ausbildung in Schematherapie ist eine Fortbildung, die bestimmte Qualifikationen voraussetzt. Sie wendet sich an Psychologen und Ärzte mit fortgeschrittener (oder abgeschlossener) Therapieausbildung, mittlerweile aber auch an Angehörige anderer therapeutischer Berufsgruppen. Die Möglichkeiten zur Zertifizierung können Sie unten erfahren.

Das Curriculum ist nach den Empfehlungen und Richtlinien der International Society for Schema Therapy (ISST) aufgebaut. Es besteht aus:

  • Basisworkshops: Basisworkshops sollen eine solide Basisqualifikation in Schematherapie ermöglichen und für Therapeuten, die eine Zertifizierung anstreben, die notwendige Anzahl an Theoriestunden umfassen. An unserem Institut haben sich folgende Workshops bewährt:
    • Einführung in die Schematherapie; 16 UE
    • Arbeit mit dem Modusmodell (Imaginationen); 12 UE
    • Arbeit mit dem Modusmodell II (Arbeit mit Stühlen); 12 UE
    • Schwierige Therapiesituationen, Fallkonzeptualisierung; 8-16 UE

    Für alle auf den Einführungsworkshop folgenden Workshops sind Grundkenntnisse von Vorteil.

  • Aufbauworkshops: Hier wird vor allem die Arbeit mit spezifischen Patientengruppen oder in spezifischen Settings vermittelt. Für ihren Besuch sind Grundkenntnisse sinnvoll, aber nicht Bedingung – meistens wird vom Dozenten zur Einführung noch einmal ein kurzer Überblick über das Modell gegeben. Aufbauworkshops sind z.B.:
    • Schematherapie für spezielle Patientengruppen (Borderline-Störungen, Narzisstische Störungen; Zwangsstörungen, Essstörungen, Traumastörungen)
    • Schematherapie für Kinder und Jugendliche
    • Schematherapie in Gruppen
  • Workshops zur Methodenvertiefung: In diesen Workshops werden spezielle Interventionen, die für das Gelingen einer schematherapeutischen Behandlung unerlässlich sind, gezielt trainiert. Dazu zählen z.B.:
    • Richtiges Erkennen und Erfüllen der „Grundbedürfnisse“
    • Empathische Konfrontation und Limited Reparenting
    • Der Einsatz weiterer emotionsaktivierender Techniken (Impact-Techniken, Körperarbeit)

    Workshops zur gezielten Methodenvertiefung können von Anfängern wie auch von Fortgeschrittenen besucht werden. Der Besuch eines Einführungsworkshops ist auch hier sinnvoll.

  • Supervision: Es wird Einzelsupervision und Supervision in der Kleingruppe angeboten. Gruppensupervision wird je nach Gruppengrösse in Einzelsupervisions-Äquivalente umgerechnet. Mit der Supervision kann nach dem 2. Workshop begonnen werden.
  • Selbsterfahrung: Ist für Therapeuten keine Bedingung, wird aber sehr empfohlen (auch von uns) und kann teilweise auf die Supervision angerechnet werden. Für die Cotherapeuten-Zertifizierung wird der Besuch der Selbsterfahrung verlangt.


Zur Anmeldung

Zertifizierung

Zertifizierung für ärztliche/psychologische Therapeuten mit Psychotherapieweiterbildung

Die aktuellen Richtlinien (2013) finden Sie hier.

Für die Zertifizierung zum Schematherapeuten („Standard Certification“) sind erforderlich:

  • mindestens 40 h (= 54 UE) Teilnahme an Workshops
  • 20 UE (Unterrichtseinheiten à 50 min.) Einzelsupervision oder umgerechnete Gruppensupervision (abhängig von der Zahl der Gruppenteilnehmer)
  • Nachweis zweier supervidierter Behandlungsfälle mindestens à 25 Sitzungen
  • Nachweis der Adherence durch ein von einem unabhängigen Supervisor beurteiltes Video/DVD, welches auf der Adherence-Skala STCS mindestens einen Wert von 4.0 erreicht.

Die Richtlinien (s.o.) umfassen ebenfalls die Voraussetzung für die Zertifizierung zum Schematherapie-Trainer/-Supervisor („Advanced Certification“).


Zertifizierung für Pflegeberufe und Cotherapeuten

Angehörige cotherapeutischer Berufe, die in schematherapeutischen Settings arbeiten (Pflegende, Bewegungs-, Ergo-, Kunst- und Musiktherapeuten etc.) können eine Zertifizierung zum „Cotherapeuten für Schematherapie“ erwerben (analog z.B. der DBT).Im April 2015 ist das definitive Curriculum vom ISST-Vorstand verabschiedet worden.

Es sieht (neu) eine Standard-Zertifizierung und eine "Advanced"-Zertifizierung vor:

Für die Standard-Zertifizierung sind erforderlich:

  1. Workshop „Einführung in die Schematherapie“; 2 Tage, 16 UE (1 UE = 45 min.)
  2. Workshop/s „Schematherapeutische Strategien für Cotherapeuten“ (1 Tag, 8 UE), sowie „Spezielle Situationen im institutionellen Alltag“ (1 Tag, 8 UE; Tag 1 und Tag 2 können zu einem zweitägigen Workshop zusammengefasst werden, je nach Anbieter. Bei ISTOS in der Regel als zweitägiger WS)

Supervision:

  • Teilnahme an mindestens 2 halbtägigen Workshops „Gruppensupervision für Cotherapeuten“ mit Darstellung eigener Fälle/Fallsituationen
  • Empfehlung des Supervisors

Für die „Advanced-Zertifizierung" sind erforderlich:

  • Workshop „Einführung in die Schematherapie für Gruppen“ 1 Tag, 8 UE
  • Workshop „Gruppen-Schematherapie I“, 1.5 Tage, 12 UE
  • Workshop „Gruppen-Schematherapie II“, 1.5 Tage, 12 UE

Supervision:

  • wie oben, jetzt speziell als Co-Therapeut in Schematherapie-Gruppen

Vereinfacht kann man sagen, dass die Standard-Zertifizierung für alle Situationen in Bezugspersonenarbeit etc. zugeschnitten ist, die „Advanced“-Zertifizierung für die Tätigkeit als Co-Leiter/in von Schematherapie-Gruppen.

Die genauen Richtlinien im Original können Sie hier einsehen.


Zertifizierung von stationären/teilstationären Schematherapie-Behandlungseinheiten

Die Übergangs-Richtlinien (s.u.) werden aktuell vom ISST-Board überarbeitet!

Übergangs-Richtlinien 2013 - 2015:

  • Der therapeutische Leiter der Behandlungseinheit ist zertifizierter Schematherapie-Supervisor („Advanced Certification“ ISST).
  • Alle Mitarbeiter, die im Schematherapie-Programm arbeiten, sind gemäss den Regeln ihrer Berufsgruppe zertifiziert bzw. im fortgeschrittenen Zertifizierungsprozess.
  • Es liegt ein schematherapeutisches Behandlungsprogramm (Wochenplan) vor, das mindestens 8h/Woche schematherapeutische Angebote (Einzel- und Gruppenangebote) enthält.
  • Regelmässige Fallsupervision des Behandlungsteams (mindestens 4 x 3 h jährlich)
  • Die Behandlungsqualität im Schematherapie-Programm wird fortlaufend evaluiert (Symptomfragebogen (z.B. SCL-90-R) prä/post, Funktionsniveau prä/post, SMI, Patientenzufriedenheit).