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Curriculum

Die Ausbildung in Schematherapie ist eine Fortbildung, die bestimmte Qualifikationen voraussetzt. Sie wendet sich an Psycholog:innen und Ärzt:innen mit fortgeschrittener (oder abgeschlossener) Therapieausbildung, mittlerweile aber auch an Angehörige anderer therapeutischer Berufsgruppen.

Sie können als therapeutische und co-therapeutische Berufsgruppen an vielen Workshops auch aus Gründen der beruflichen Weiterbildung teilnehmen, wenn Sie nicht die Absicht haben, sich zertifizieren zu lassen.

Die Aufbau der Curricula und Voraussetzungen zur Zertifizierung können Sie unten erfahren.

Das Jahr 2020 und die Corona-Epidemie haben die Kommunikationsstile auch in Weiterbildungen grundlegend verändert. Während es früher noch undenkbar schien, z.B. einen Chairwork – Workshop oder einen Imaginationsworkshop online durchzuführen oder zu besuchen, so haben sich heute online-Fortbildungen einen breiten Raum erobert und es hat sich gezeigt, dass hierbei gegenüber den traditionellen «in person» Weiterbildungen kein Qualitätsverlust besteht. Daher werden auch an unserem Institut viele Fortbildungen online angeboten.

Das Basiscurriculum ist nach den Empfehlungen und Richtlinien der International Society for Schema Therapy (ISST) aufgebaut. Es besteht aus:

Basisworkshops – Basistraining

Basisworkshops sollen eine gute Basisqualifikation in Schematherapie ermöglichen. Sie umfassen 40 Zeitstunden, die in verschiedenen Modellen aufgeteilt werden können:

  • Einzelkurse mit üblicherweise je 10 Stunden Dauer, entweder online oder in person
  • So genannte Kompaktkurse, , auch hier sind verschiedene Modelle denkbar, 2 × 3 Tage, 4 + 2 Tage, oder theoretisch auch 10 x 4 h - insgesamt müssen sich eben mindestens 40 Zeitstunden ergeben.

Dann gibt es weiterhin die

Aufbauworkshops und Workshops zur Methodenvertiefung:

Diese Workshops sind ein- bis zweitägig und umfassen ein breites Spektrum von möglichen Themen: Schematherapie für bestimmte Patientengruppen, Arbeit an und mit bestimmten Modi oder Schemata, Anwendung der Vertiefung bestimmter Techniken etc. Der Besuch eines Einführungsworkshops ist sinnvoll, aber oft nicht Voraussetzung.

Gruppenschematherapie-Curriculum: (“GST ISTOS”)

Das Curriculum in Gruppenschematherapie (mit Möglichkeit der ISST – Zertifizierung, Kriterien s.u.) bieten wir sowohl auf der Standard – als auch auf der Aufbaustufe an.

Die Standardstufe setzt für die Teilnahme einen Einführungskurs in Schematherapie voraus, und besteht dann aus 24 Stunden Training in Gruppenschematherapie (meistens in Form von zwei zweitägigen Workshops durchgeführt), die 6 h Selbsterfahrung sowie 6 h Üben in der Kleingruppe umfassen.

Supervision:

Es wird Einzelsupervision und Supervision in der Kleingruppe angeboten. Gruppensupervision wird je nach Gruppengrösse in Einzelsupervisions-Äquivalente umgerechnet. Mit der Supervision kann nach dem 2. Workshop begonnen werden.

Selbsterfahrung:

Ist für Therapeuten keine Bedingung, wird aber sehr empfohlen (auch von uns) und kann teilweise auf die Supervision angerechnet werden. Für die Cotherapeuten-Zertifizierung wird der Besuch der Selbsterfahrung verlangt.

Zur Anmeldung

Zertifizierung

Den genaue Ablauf der Zertifizierung finden Sie in diesem Dokument (PDF).

Zertifizierung für ärztliche/psychologische Therapeut:innen mit Psychotherapieweiterbildung

Die aktuellen Richtlinien finden Sie hier.

Für die Zertifizierung zum Schematherapeuten („Standard Certification“) sind erforderlich:

  • mindestens 40 h (= 54 UE) Teilnahme an Workshops
  • 20 UE (Unterrichtseinheiten à 50-60 min.) Einzelsupervision oder umgerechnete Gruppensupervision (abhängig von der Zahl der Gruppenteilnehmer)
  • Nachweis zweier supervidierter Behandlungsfälle
  • Nachweis der Adherence durch ein von einem unabhängigen Supervisor beurteiltes Video, welches auf der Adherence-Skala STCS mindestens einen Wert von 4.0 erreicht.

Die Richtlinien (s.o.) umfassen ebenfalls die Voraussetzung für die Zertifizierung zum Schematherapie-Trainer/-Supervisor („Advanced Certification“).

Zertifizierung in Gruppenschematherapie (GST ISTOS)

Ebenfalls bieten wir das Curriculum in Gruppenschematherapie als Voraussetzung zur ISST – Zertifizierung als Gruppen-Schematherapeut:in auf sowohl Standard als auch Advanced Level an.

Die formalen Eingangsvoraussetzungen für die Zertifizierung sind:

Standard Level

Diese Stufe steht Kandidatinnen und Kandidaten offen, die für die traditionelle ISST-Zertifizierung infrage kommen, sowie Angehörigen verwandter psychosozialer und psychischer Gesundheitsberufe, die Schematherapie unter Supervision praktizieren können.

Diese Kategorie würde es der genannten Gruppe ermöglichen,

  1. als Co-Therapeutin bzw. Co-Therapeut in einer schematherapeutischen Gruppe zusammen mit einer/einem auf Advanced Level zertifizierten Gruppenschematherapeutin bzw. Gruppenschematherapeuten zu arbeiten, und
  2. als hauptverantwortliche Gruppenleitung Gruppen innerhalb ihres eigenen Berufsbereichs anzuleiten, sofern diese mit den Zielen und Strategien der Schematherapie vereinbar sind (z. B. eine Kunsttherapeutin, die eine kunsttherapeutische Gruppe nach dem Modell der Schematherapie leitet).

Aufbau des Gruppenschematherapie-Curriculums (und Zertifizierungs – Voraussetzungen):

(Mindestens) Einführungskurs in Schematherapie wird vorausgesetzt

  1. 24 h Gruppenschematherapie-Workshops (in der Regel 4 Tage à 6 h)
    • davon 12 h theoretische Ausbildung (Didaktik)
    • sowie 12 Stunden “dyadisches Training” bzw. Rollenspiel, davon 6 h Selbsterfahrung in der Gruppe sein.
  2. 20 h Supervision in GST
  3. Eine videodokumentierte Gruppensitzung, die auf der Group Schema Therapy Competency Rating Scale (GSTCRS) (Skala von 1 bis 6) eine Bewertung von mindestens 4,0 Punkten erreicht.
  4. Praktische Erfahrung in Gruppenschematherapie: Durchführung von mindestens 20 Gruppenschematherapie-Sitzungen.

Die Voraussetzungen im Original sowie die weiteren Voraussetzungen und Inhalte der Advanced Level Zertifizierung einschliesslich Zertifizierungs-Anträge finden sich hier.

Zertifizierung für Pflegeberufe und Cotherapeut:innen

Angehörige cotherapeutischer Berufe, die in schematherapeutischen Settings arbeiten (Pflegende, Bewegungs-, Ergo-, Kunst- und Musiktherapeuten etc.) können eine Zertifizierung zum „Cotherapeuten für Schematherapie“ erwerben (analog z.B. der DBT).

Achtung: Die Kriterien für die internationale Cotherapeuten-Zertifizierung sind bei der ISST schon seit einiger Zeit «in Überarbeitung». Momentan gelten aber noch die unten genannten. Eine nationale Zertifizierung über die Schweizer Gesellschaft für Schematherapie SGST ist ebenfalls möglich, die Kriterien hierfür sind sgst.ch zu finden.

Es gibt, wie bei den Therapeuten auch, eine Standard-Zertifizierung und eine "Advanced"-Zertifizierung:

Für die Standard-Zertifizierung sind bei der ISST erforderlich:

  1. Workshop „Einführung in die Schematherapie»
  2. Workshop/s „Schematherapeutische Strategien für Cotherapeuten“ (1 Tag, 8 UE), sowie „Spezielle Situationen im institutionellen Alltag“ (1 Tag, 8 UE; Tag 1 und Tag 2 können zu einem zweitägigen Workshop zusammengefasst werden, je nach Anbieter.

Supervision:

  • Teilnahme an mindestens 2 halbtägigen Workshops „Gruppensupervision für Cotherapeuten“ mit Darstellung eigener Fälle/Fallsituationen
  • Empfehlung des Supervisors

Für die „Advanced-Zertifizierung" sind erforderlich:

  • Workshop „Einführung in die Schematherapie für Gruppen“ 1 Tag, 8 UE
  • Workshop „Gruppen-Schematherapie I“, 1.5 Tage, 12 UE
  • Workshop „Gruppen-Schematherapie II“, 1.5 Tage, 12 UE

Supervision:

  • wie oben, jetzt speziell Supervision der Tätigkeit als Co-Therapeut:in in Schematherapie-Gruppen

Vereinfacht kann man sagen, dass die Standard-Zertifizierung für alle Situationen in Bezugspersonenarbeit etc. zugeschnitten ist, die Advanced-Zertifizierung für die Tätigkeit als Co-Leiter/in von Schematherapie-Gruppen.

Die genauen Richtlinien im Original können Sie hier einsehen.